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1 Landwirtschaft und Gesamtwirtschaft

1.7 Bioenergie und Nachwachsende Rohstoffe

Wirtschaftliche Impulse durch Bioenergie 
Bioenergie stellte 2015 57 Prozent der Erneuerbaren Energien in Deutschland bereit, weitere 8 Prozent stammen aus biogenen Abfällen. Die größten wirtschaftlichen Impulse der Erneuerbaren Energien kommen aus der Erzeugung von Bioenergie. Biomasse für Strom, Wärme und Biokraftstoffe machten über zwei Drittel der Umsätze im von Erneuerbaren-Energien-Anlagen aus. Dies unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung der Bioenergie.
 
Energiepflanzen mit großer Bedeutung 
Landwirtschaftliche Nutzpflanzen zur Energiegewinnung und für die stoffliche Verwertung nehmen in Deutschland etwa 2,5 Millionen Hektar ein. Das entspricht knapp 21 Prozent der Ackerfläche bzw. 15 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche. 2,2 Millionen Hektar entfallen auf Energiepflanzen, vor allem Raps und Silomais. Knapp 0,3 Millionen Hektar entfallen auf Industriepflanzen, vor allem Stärkekartoffeln und Raps. Der langjährige Aufwärtstrend des Energiepflanzenanbaus ist seit 2013 zum Stillstand gekommen. So gab es auch 2015 im Vergleich zum Vorjahr keine größeren Veränderungen.
 
Raps und Mais sind wichtigste „NawaRos“ 
Die flächenmäßig wichtigste Energie- und Industriepflanze in Deutschland ist mit etwa 756.000 Hektar Anbaufläche in 2015 der Raps, bei einer Raps-Gesamtfläche von 1,3 Millionen Hektar. Mais nimmt im Anbaujahr 2015 eine Fläche von 2,6 Millionen Hektar ein, davon entfallen aber nur etwa 0,9 Millionen Hektar auf Energiemais. Der weitaus größere Teil dient der Fütterung des Viehs (Maissilage) und der Körnermaisernte. Mais zählt zu den ertragsstärksten Energiepflanzen für die Biogasproduktion.
 
Erneuerbare Wärme und Verkehr zu knapp 90 Prozent aus Biomasse 
Knapp zwei Drittel der Erneuerbaren Energien stammen aus Biomasse. 2015 betrug der Anteil der Bioenergie am Endenergieverbrauch Deutschlands etwa 8 Prozent. Bei der Mobilität gibt es zu Biokraftstoffen unter den Erneuerbaren Energien kaum eine wirtschaftliche Alternative. In der Wärmenutzung ist Biomasse ohne staatliche Förderung konkurrenzfähig. Bei der Stromerzeugung ist Biomasse im Vergleich zu Wind und Sonne besser regelbar, speicherbar und damit verlässlicher.
 
Ein Viertel Strom aus Erneuerbaren Energien 
Der Strom aus Erneuerbaren Energien deckte im Jahr 2015 mit einer Produktion von 187 Milliarden Kilowattstunden bereits 29 Prozent des deutschen Stromverbrauchs, Tendenz steigend. 50,3 Milliarden Kilowattstunden und damit etwa 27 Prozent des erneuerbaren Stroms wurden in 2015 aus Biomasse gewonnen.
 
Biogas liefert fast 5 Prozent der Stromerzeugung 
In 2016 waren in Deutschland insgesamt 9.000 Biogasanlagen mit einer elektrischen Gesamtleistung von etwa 4.200 Megawatt installiert. Für 2016 wird ein Zuwachs von 148 Megawatt erwartet, der größte Teil davon für die Flexibilisierung. 2016 wurden etwa 29 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert, was 4,5 Prozent des deutschen Stromverbrauchs entspricht. Die durchschnittliche Leistung der Biogasanlagen lag bei rund 460 Kilowatt. Etwa 190 Biogasanlagen bereiten das Biogas zu Biomethan auf und speisen ins Gasnetz ein. Seit 2013 ist der Ausbau von Biogasanlagen praktisch zum Stillstand gekommen.
 
Wärme aus Biomasse 
Im erneuerbaren Wärmemarkt ist die Biomasse der mit Abstand wichtigste Energieträger. Der Anteil am Gesamtwärmeverbrauch liegt bei 13 Prozent. Dabei stammen etwa 88 Prozent aus der Nutzung fester Biomasse. Reststoffe aus Land- und Forstwirtschaft (Stroh, Industrierestholz, Waldrestholz, Rinde, organischer Müll etc.) leisten damit einen spürbaren Beitrag zur klimafreundlichen Wärmeerzeugung. Besonders effizient ist die so genannte Kraft-Wärme-Kopplung, bei der aus den biogenen Energieträgern gleichzeitig Strom und Wärme gewonnen werden.
 
Biokraftstoffbranche mit 4,7 Prozent Marktanteil 
2015 wurden 2,1 Millionen Tonnen Biodiesel, 1,2 Millionen Tonnen Bioethanol sowie nur 2.000 Tonnen Pflanzenöl als Kraftstoff verwendet. Außerdem wurden auch 50 Millionen Kubikmeter Biomethan im Verkehr eingesetzt. Zusammen entspricht das 4,7 Prozent des gesamten Energieverbrauches im Verkehrssektor (Vorjahr: 5,1 Prozent). Biokraftstoffe ersetzen nicht nur fossile Energieträger, sie lassen sich auch mit einem vergleichsweise geringen (fossilen) Primärenergieaufwand herstellen.
 
Treibhausgasminderung von 70 Prozent bei Biokraftstoffen 
Seit 2015 ist in Deutschland die Biokraftstoffquote durch eine Treibhausgasminderungsverpflichtung ersetzt worden. Damit erhalten Biokraftstoffe, die eine besonders hohe Treibhausgasminderung erbringen, einen Vorteil im Markt. Für 2015 und 2016 war eine THG-Minderung von 3,0 Prozent festgelegt. Diese ist ab 2017 auf 4,0 und ab 2020 auf 6,0 Prozent angehoben worden. Die Treibhausgasreduzierung liegt bei über 70 Prozent im Vergleich zu Diesel und Benzin. Dennoch hat die EU-Kommission im November 2016 vorgeschlagen, die Verwendung konventioneller Biokraftstoffe aus der Landwirtschaft im Zeitraum 2021 bis 2030 praktisch zu halbieren.
 
Heizen mit Holz bleibt preislich attraktiv 
Von 2006 bis 2014 lagen die Heizölpreise zumeist deutlich über den Preisen für Holzpellets. Hackschnitzel sind nochmals deutlich günstiger. Im Oktober 2016 lag der Heizölpreis bei ca. 50 Cent/Liter. Aus Biomasse erzeugte Wärme ist im Vergleich günstiger. Deswegen bleiben Holz- oder Pelletheizungen für viele Hausbesitzer attraktiv. Die Preise für Wärme aus fester Biomasse sind darüber hinaus deutlich geringeren Schwankungen unterworfen als für Wärme aus fossilen Energieträgern.
  
Bioenergie soll weiter Beitrag zur Energiewende leisten
Biogasanlagen sind entsprechend der Anreizstruktur des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) bislang auf Dauerbetrieb unabhängig von der jeweiligen Stromnachfrage ausgelegt. Das wachsende und stark schwankende Angebot von Windund Solarstrom im Netz wird künftig einen stärker bedarfsorientierten Betrieb von Biogasanlagen erfordern bzw. wirtschaftlich attraktiv machen. Langfristig plant die Bundesregierung in ihren Energieszenarien weiter mit der Bioenergie. Entscheidender Faktor soll jedoch die Halbierung des Energieverbrauchs bis 2050 sein.
 
Bioenergie bringt positive Klimabilanz der Landwirtschaft 
Durch den Einsatz von Bioenergie für Strom, Wärme und Kraftstoffe werden in Deutschland (2015) rund 66 Millionen Tonnen Treibhausgas- Emissionen vermieden. Dies entspricht der Menge an Klimagasen, die die Landwirtschaft selbst verursacht (66 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent in 2014). In der offiziellen Klimastatistik werden die durch Bioenergie erreichten Emissionsminderungen aber nicht der Land- und Forstwirtschaft zugeschrieben, sondern dem Energieund Verkehrssektor (siehe Kapitel 2.2 Klimawandel und Klimapolitik).
 

 

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