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5 Fakten zur wirtschaftlichen Lage der Landwirtschaft

5.3 Landwirtschaftliche Gesamtrechnung

Produktionswert 2016 fällt auf 50 Milliarden Euro
Der Produktionswert der deutschen Landwirtschaft wird für 2016 auf 50,0 Milliarden Euro geschätzt. Das sind gegenüber dem Vorjahr rund 1,6 Milliarden Euro bzw. 3 Prozent weniger. Damit ist der landwirtschaftliche Produktionswert im dritten Jahr in Folge deutlich zurückgegangen. 
 
Weiteres starkes Minus in der Milchproduktion
Der Rückgang des Produktionswertes pflanzlicher Erzeugnisse um etwa 0,7 Milliarden Euro ist insbesondere auf niedrigere Erzeugungswerte für Getreide, Ölsaaten, Futterpflanzen und Obst zurückzuführen. Über Vorjahresniveau liegen dagegen die Produktionswerte für Kartoffeln und Gemüse. Der erneute Rückgang des Produktionswertes tierischer Erzeugnisse um etwa 1,0 Milliarden Euro ist vor allem durch erhebliche Erlösrückgänge bei Milch verursacht. Die hohen Strafabgaben für die Überschreitung der Milchquote, die den Produktionswert in 2015 noch um 309 Millionen minderten, fielen mit Fortfall der Milchquotenregelung in 2016 allerdings nicht mehr an. Rückgänge des Erzeugungswertes gab es auch bei Rindern, Schweinen, Geflügel und Eiern. 
 
Hohe Kostenentlastungen bei den Betriebsmitteln
Die Summe aller Vorleistungen beläuft sich für 2016 auf geschätzt 36,5 Milliarden Euro. Das sind gegenüber dem Vorjahr etwa 1,8 Milliarden Euro oder fast 5 Prozent weniger. Gut die Hälfte dieser Einsparungen kommt aus dem Futtermittelbereich. Deutlich niedriger fallen auch die Aufwendungen für Energie, Düngemittel und Saatgut aus. 
 
Krisenhilfen entlasteten
Unter die Position „Beihilfen“ fallen vor allem die als Betriebsprämien gewährten EU-Direktzahlungen. Liquiditätshilfen und die zusätzlichen Bundesmittel zur Landwirtschaftlichen Unfallversicherung als Marktkrisenteilausgleich erhöhten die „Beihilfen“-Position für 2016 um etwa 150 Millionen Euro. Dagegen gingen die Direktzahlungen leicht und die Investitionsfördermittel stark zurück. 
 
Einkommen im Kalenderjahr 2016 kaum verbessert
Die landwirtschaftliche Nettowertschöpfung – vergleichbar mit dem Betriebseinkommen – steigt im Kalenderjahr 2015 trotz starken Umsatzrückganges infolge hoher Minderausgaben für Betriebsmittel nach der vorliegenden Schätzung leicht auf etwa 10,8 Milliarden Euro an. Das sind gegenüber dem niedrigen Vorjahresergebnis gut 2 Prozent mehr. Je Arbeitskraft-Einheit (AK) errechnet sich daraus eine Nettowertschöpfung von etwa 22.200 Euro. 
 
Für 2017 Erholung auf niedrigem Niveau 
Unter der Annahme durchschnittlicher Ernten dürften die im Spätherbst 2016 abzusehenden Entwicklungen auf den internationalen und nationalen Märkten in 2017 insgesamt zu einem Anstieg des Produktionswertes führen, und zwar vor allem in der tierischen Erzeugung. Aber auch die Vorleistungen steigen preisbedingt leicht an. Mit dem in 2016 beschlossenen Hilfspaket Milch steigt die Position der Beihilfen weiter an. Die Nettowertschöpfung, die der Entlohnung von Arbeit, Boden und Kapital dient, dürfte in 2017 auf knapp 13 Milliarden Euro ansteigen. Das ist gegenüber dem schwachen 2016er Ergebnis zwar wieder deutlich mehr (+ 17 Prozent). An die Ergebnisse der Jahre 2013 und 2014 dürfte das Jahr 2017 aber wohl kaum anknüpfen (Stand November 2016). 
 
Erneuerbare Stromerzeugung bringt zusätzliche Erlöse von 
5,7 Milliarden Euro
Analysen des Marktforschungsinstitutes trendresearch zufolge stammen etwa 15 Prozent der erneuerbaren Stromerzeugung in Deutschland aus Anlagen von Landwirten. Mit Biogas, Fotovoltaik und Wind erwirtschafteten die deutschen Landwirte in 2015 einen zusätzlichen Erlös von geschätzt 5,7 Milliarden Euro. Besonders hoch ist das Engagement der Landwirte bei Biogas; hier werden etwa zwei Drittel der Erzeugerkapazität von ca. 4.200 Megawatt von Landwirten betrieben.
 
 

 

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