DBV
Ackerbau

Wo Getreide wächst, soll Frieden sein

Die Ackerfläche auf dem ehemaligen Grenzestreifen in Berlin

„Die Symbolik ist das Entscheidende bei diesem Roggenfeld im ehemaligen Todesstreifen der Berliner Mauer“, betonte Rainer Just von der Berliner Versöhnungskirche gegenüber Journalisten während der diesjährigen Ernte.
 
Der jährliche Roggenanbau und das Wachstum der Getreidepflanze mit strohgelben ährentragenden Pflanzen und die Ernte des Getreides steht für den Wandel zum Leben und Frieden. Auf der sandigen, geschichtsträchtigen Fläche, wo Menschen in den Jahren der deutschen Teilung auf ihrer Flucht ihr Leben lassen mussten, soll daran erinnert werden. Das Roggenfeld umringt die Versöhnungskirche, die nach der Wende genau an der Stelle errichtet wurde, an der die DDR im Zuge des Grenzausbaus die alte Backsteinkirche einfach weggesprengt hatte.
 
Das Konzept des Roggenanbaus entwickelte sich in der Zeit der Bürgerbewegung der DDR. Die erste Aussaat wurde noch mit der Hand vorgenommen. Doch Just ist froh, dass die Humboldt-Universität zu Berlin heute ihre Saat-, Dünge- und Erntetechnik zur Verfügung stellt und somit die Arbeit erleichtert und professionalisiert wurde.
 
Der geerntete Roggen wird jährlich verarbeitet zu kleinen Broten und Oblaten für das Abendmahl in der Versöhnungskirche. Zum 25. Jahrestag des Mauerfalls im Jahr 2014 wurde der Verein „Friedensbrot“ gegründet, der ein Netzwerk mit Agrarwissenschaftlichen Fakultäten in Ländern jenseits des ehemaligen „Eiserenen Vorhangs“ aufbaute. Diese Universitäten erhalten einen Teil der Roggenernte aus Berlin, um gemeinsames Friedensbrote zu Erntedank backen.
 
Begleitend findet jährlich eine Veranstaltung in einem der Länder statt, bei der Agrarexperten, Agrarwissenschaft, Kirchenvertreter und Politik den Bogen von Frieden und Landwirtschaft in Form spezieller aktueller Themen spannen. 2016 findet die Veranstaltung in Ungarn statt.
 


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