DBV
Pressemeldungen  | 10.07.2019

DBV zum Abschlussbericht der Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“

Rukwied: Den Empfehlungen müssen jetzt Taten folgen

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, begrüßt die „prioritären Empfehlungen“ der Regierungskommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“: „Um wirklich gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Regionen Deutschlands herzustellen, muss für die Menschen im ländlichen Raum ein attraktives Umfeld geschaffen werden. Das gilt sowohl für den privaten als auch für den beruflichen Bereich. Land- und Forstwirtschaft werden bei diesem Ziel ein wichtiger Ansprechpartner bleiben. Den Handlungsempfehlungen müssen jetzt dringend Taten folgen. Vor allem die flächendeckende Internetversorgung darf nicht auf die lange Bank geschoben werden.“

 

Nur ein konsequenter Glasfaserausbau und eine flächendeckende 5G-Versorgung kann nach Einschätzung des DBV standortbedingte und logistische Nachteile ausgleichen. Ohne eine derartige Infrastruktur fehlt die Perspektive für das Leben und Wirtschaften vor Ort. Die „prioritären Empfehlungen“ der Regierungskommission zum flächendeckenden Ausbau der digitalen Infrastruktur sind an diesem Punkt noch nicht ambitioniert genug; „Hier wäre ein Masterplan notwendig“, so Rukwied. Die flächendeckende Internetversorgung auf Basis von Glasfaser- und der Mobilfunktechnologie 5G gilt mittlerweile als die wichtigste Voraussetzung für die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Stadt und Land. Für die Landwirtschaft bietet ein hochleistungsfähiges Internet in der Fläche großes Potenzial für eine ressourcen- und klimaschonende Landbewirtschaftung, für mehr Biodiversität und noch mehr Tierwohl. Die Mobilitätsanforderungen der ländlichen Räume haben sich gewandelt und sind anspruchsvoller geworden. Ländliche Räume werden als Wohn-, Lebens- und Arbeitsort nur beibehalten, wenn sie gut angebunden sind.

 

Der Deutsche Bauernverband unterstützt ebenfalls die bereits im Koalitionsvertrag vereinbarte Einrichtung eines neuen Fördersystems für strukturschwache Regionen. Hier müssten die besonderen Herausforderungen in den ländlichen Räumen Berücksichtigung finden und die klassischen Aufgaben der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz erhalten bleiben - wie etwas Agrarinvestitionsförderung, Agrarumweltmaßnahmen, Dorferneuerung, Flurneuordnung, Wegebau und Wasserwirtschaft. „Um das alles umzusetzen, müssen in der Konsequenz auch entsprechende Mittel bereitgestellt werden“, so DBV-Präsident Rukwied.

 

Der Deutsche Bauernverband unterstützt die vorgeschlagenen Ansätze zur Stärkung ehrenamtlichen Engagements mit Nachdruck. Engagement und Ehrenamt tragen entscheidend dazu bei, Lösungen für aktuelle Herausforderungen zu finden, die Lebensqualität vor Ort zu steigern und unser demokratisches Gemeinwesen aktiv mitzugestalten.

 



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