DBV
Pressemeldungen  | 30.08.2019

„Lebendige Agrarlandschaften“ in Sachsen-Anhalt

Produktionsintegrierte Naturschutzmaßnahmen beim DBV-Feldtag Biodiversität vorgestellt

Anlässlich des DBV-Feldtages Biodiversität in Niederndodeleben (Sachsen-Anhalt) betonte die Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Claudia Dalbert, in ihrem Grußwort die Bedeutung des intensiven Austausches zwischen Naturschutz und Landwirtschaft bei der Bewältigung der aktuellen Herausforderungen beim Erhalt der Artenvielfalt. In diesem Zusammenhang wies sie auf die zusätzlich erschwerten Produktionsbedingungen aufgrund ausbleibender Niederschläge in vielen Regionen Deutschlands hin, mit denen die Landwirte derzeit konfrontiert sind.

 

Olaf Feuerborn, Präsident des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt, begrüßte die rund 50 Teilnehmenden aus Praxis, Verwaltung, Beratung, Forschung und Politik und betonte die gesamtgesellschaftliche Verantwortung für die Förderung der Biodiversität in der Agrarlandschaft, die nur in Kooperation mit den Landwirtinnen und Landwirten gelingen könne.

 

Der stellvertretende Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Udo Hemmerling, betonte, der Erhalt der Artenvielfalt sei für die Landwirtschaft von hoher Relevanz: „Neben dem Klima- und Wasserschutz ist der Schutz der biologischen Vielfalt ein zentrales umweltpolitisches Thema, in dem der Bauernverband mit seinen Mitgliedern auch verstärkt eigene Initiativen und Projekte anstößt.“

 

Der Feldtag wurde am 27. August 2019 im Rahmen des vom DBV koordinierten Verbundprojektes „Lebendige Agrarlandschaften – Landwirte gestalten Vielfalt!“ auf dem Betriebshof der Agro Bördegrün GmbH & Co. KG ausgerichtet. Im Fokus des Feldtages stand die Besichtigung von Maßnahmen- und Schauflächen in der Region Hohe Börde. Präsentiert wurden verschiedene Naturschutzmaßnahmen, darunter Stangenbohnen-Mais-Gemenge und Blühstreifen mit regionalen Wildpflanzen. In den drei Modellregionen im Rheinland, im Münsterland und an der Mosel wurden durch die Projektpartner Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, Stiftung Westfälische Kulturlandschaft und den Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau bereits mehrere Maßnahmen identifiziert, die in landwirtschaftliche Betriebsläufe integrierbar sind. Solche erfolgreich erprobten Naturschutzmaßnahmen werden nun auf andere Regionen Deutschlands übertragen. So legte die Agro Bördegrün mehrere Maßnahmen zum Erhalt und zur Förderung der Artenvielfalt im Energiepflanzenanbau an, die auf der einen Seite hinsichtlich des Biomasse- und Energieertrages überzeugen und sich auf der anderen Seite positiv auf die Artenvielfalt von Tier- und Pflanzenarten auswirken. Auf der knapp zwei Hektar großen Schaufläche informierten sich die Interessierten über konkrete Umsetzungsschritte und die Auswirkungen der anhaltenden Trockenheit.

 

Das Verbundprojekt wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und durch die Landwirtschaftliche Rentenbank gefördert. Weitere Informationen unter www.lebendige-agrarlandschaften.de.



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