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Pressemeldungen  | 29.06.2018

„Mit Mut und Unternehmergeist nach vorn gehen“

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner beim Deutschen Bauerntag in Wiesbaden

Drei Ziele habe sie für ihre Amtszeit als Bundeslandwirtschaftsministerin, wie Julia Klöckner in ihrer Rede vor den Delegierten des Deutschen Bauerntages 2018 im RheinMain CongressCenter in Wiesbaden betonte. Es gehe darum, aus den ideologischen Gräben herauszukommen und die „Reflexdebatten“ zu beenden. Stattdessen müsse es gelingen, Landwirtschaft und Umwelt miteinander zu versöhnen. Zweitens gelte es, Debatten auf der Grundlage von Fakten und Wissenschaft zu führen. Drittes Ziel sei es schließlich, in den Debatten mit der Gesellschaft „die Hand auszustrecken“, wie die Ministerin feststellte. Denn nur dann könne der Dialog funktionieren. „Selbst Taktgeber der Diskussion sein und noch viel stärker in die Debatten hineingehen“, appellierte Bundesministerin Klöckner an die Delegierten des Bauerntages.

 

Ihren Auftrag als Landwirtschaftsministerin sehe sie auch darin, die Landwirtschaft in den Gesamtzusammenhang einer modernen Gesellschaft einzuordnen. Die Bevölkerung habe sich verändert, immer stärker würden die Bürger Landwirtschaft hinterfragen. Dies könne aber auch eine Chance für den Berufsstand sein, eigene Botschaften zu vermitteln, wie Klöckner verdeutlichte. „Übersetzen, was man tut, proaktiv und selbstbewusst als Bauernverband vorangehen“, riet die Bundesministerin. Denn, so die Ministerin weiter, gesellschaftliche Akzeptanz sei die Grundvoraussetzung für landwirtschaftliches Tun.

 

Mit Blick auf die zukünftige Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) sprach sich Klöckner für die Beibehaltung der Zwei-Säulen-Struktur aus. Die Bauern bräuchten eine Basisabsicherung, so die Ministerin, und diese sei sehr wohl unmittelbar an öffentliche Leistungen geknüpft. Zudem müsse die Höhe des Agrarbudgets erhalten bleiben, wenngleich der Brexit und Mehrausgaben für Sicherheit der Mitgliedstaaten dieses Ziel massiv erschweren. Keinesfalls, wie die Ministerin mahnte, dürfe die Landwirtschaft den Preis für den Brexit bezahlen. Dringenden Handlungsbedarf sieht Klöckner indes bei der Entbürokratisierung der GAP. Der Vorschlag von EU-Agrarkommissar Phil Hogan sei zu kompliziert. Es komme darauf an, sich mit andern Ländern zusammenzutun und selbst Entbürokratisierungsvorschläge zu machen, wie Klöckner in Wiesbaden konstatierte.
 
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